Mittwoch, 6. Februar 2013

Beitrag im KOLT

Mein Blog und ich haben es in die aktuelle Ausgabe des Kolt Magazins geschafft. Beim KOLT handelt es sich um ein regionales (Olten) Magazin.

www.kolt.ch

Der kurze Beitrag ist auf Seite 16. Das Magazin ist online verfügbar.


Ich muss wirklich sagen, dass ich nie gedacht hätte, dass mein Blog von so vielen Leuten gelesen wird und so einen guten Anklang findet. An dieser Stelle wieder mal vielen Dank an alle Leserinnen und Leser und für all die Kommentare, die ich erhalte.


Liebe Grüsse aus Rio de Janeiro, Brasilien

Dienstag, 5. Februar 2013

Relax, take it easy (im Süden von Brasilien)


Nachdem wir uns von Claudio und Jenny in Puerto Iguazú verabschiedet haben, geht es für Fabienne und mich mit unserem Taxifahrer des Vertrauens (Foto letzter Blog) über die Grenze nach Brasilien und von dort aus per Bus nach Florianópolis an die Ostküste Brasiliens. Nach 16 Stunden erreichen wir am 16. Januar unser nächstes Ziel, wo ich uns für fünf Tage ein Zweierzimmer in einem Hostel reserviert habe.

Claudio und Jenny reisen kurz nach uns ab. Sie fahren mit dem Nachtbus zurück nach Buenos Aires, dort geht es direkt an den Flughafen und von dort über Paris zurück in die Schweiz. Ufff, eine gute und lange Reise wünsche ich da mal. Aber in der Zwischenzeit sind sie ja gut angekommen;-)

Die Stadt Florianópolis mit knapp 400'000 Einwohner ist das Tor zur Insel Santa Catarina, welche ungefähr 50 km lang und 10 km breit ist. Als wir in einen lokalen Bus steigen, versuche ich dem Busfahrer zu erklären, wo wir aussteigen müssen, doch irgendwie steigen wir dann doch am falschen Ort aus und müssen noch ein rechtes Stück zu Fuss gehen bis wir unser Hostel erreichen - und das mit Rucksack bei knapp 30 Grad.
Das mit dem Unterhalten ist ja so eine Sache in Brasilien. Mein Spanisch ist inzwischen ausreichend, um Unterkünfte, Essen und einfache Dinge managen zu können. Doch in Brasilien kann ich zwar auf spanisch etwas fragen, aber erhalte in portugisisch eine Antwort. Zwar verstehe ich zum Teil das wichtigste, da die Sprachen doch ählich sind, doch oft verstehe ich einfach nichts.
Zurück zu unserem Hostel – dieses entpuppt sich als eine super Wahl. Das Hostel hat genau zwei Doppelzimmer, welche wie ein Baumhaus aussehen, aber auf Holzpfählen gebaut sind. Auch im Innern fühle ich mich wie in einem Baumhaus. Und wir haben sogar einen Fernseher mit DVD Gerät!
Die nächsten fünf Tage wollen wir einfach nur die Beine hochlegen und relaxen.
Am zweiten Tag legen wir uns gleich mal an den Strand - natürlich sind wir wie immer mit Sonnencrème eingeschmiert. Am Abend müssen wir feststellen, dass dies für die brasilianische Sonne nicht gereicht hat. Wir sehen aus wie zwei Lobster, die gerade aus dem kochenden Wasser genommen wurden.



unser "Baumhaus"
viele Vorteile, einige Nachteile: 1. sehr ringhörig, 2. wenn gleich neben dran das Fleisch für das All-You-Can-Eat Hostel BBQ gegrillt wird, riecht es im Zimmer, als hält man seinen Kopf direkt über den Grill


unterwegs zu einem der vielen Strände auf Santa Catarina


Dieser drei cm grosse Käfer ist deshalb erwähnenswert, weil er ein extrem lautes Geräusch von sich gibt - Ohren zuhalten ist fast erforderlich, wenn man neben dran steht.
 

An diesem kleinen Strand relaxen wir am vierten Tag auf Santa Catarina.
Mit Florianapolis gibt es auch keine Zweifel mehr, dass wir uns im Lande der Strings befinden. Zum einen gibt es die bekannte Marke, die man an den Füssen trägt (Havaianas) und zum anderen die zwischen den "Füddlibacken".





Am Tag der Abreise - warten auf den Bus, der uns ans Busterminal fährt.

Am Montag, dem 21. Januar geht für uns die Reise weiter nach Curitiba. Die knappe zwei Millionen Stadt ist für uns Ausgangspunkt für die Reise zur Ilha do Mel (Honiginsel). Wir treffen erst gegen den Abend in Curitiba ein und werden hier zwei Nächte bleiben, bevor wir weiter reisen. Die Stadt an sich ist nichts Spezielles und so gibt es auch nichts Erwähnenswertes zu schreiben.


Ein Hostel, das von aussen so aussieht, kann nur eine gute Wahl sein.




Wenn es nicht viel zu besichtigen gibt, gehen wir halt in ein Shopping-Center.

In der Altstadt von Curitiba


Betreffend "moderne Architektur" ist dieses wellenförmige Gebäude von irgend einem "bekannten Künstler" das Highlight.


Zwei Tage nach unserer Ankunft starten wir unsere Reise zur Ilha do Mel mit einem Zug. Anscheinend soll dies die schönste Bahnstrecke in Brasilien sein – na dann sind wir mal gespannt.
Nach drei Stunden Fahrt mit dem Zug erreichen wir Morretes – die Bahnfahrt war jedoch nicht so speziell, wie wir sie erwartet hätten, aber trotzdem ganz nett. Auf jeden Fall waren die brasilianischen Touristen leicht zu beeindrucken - auf die Ansprache: "Auf der rechten Seite seht ihr einen schönen See", werfen sich alle an das Fenster und man hört nur "Ohh", "Ahhh" und "Uhhh". Das Biotop, das mein Vater zu Hause hat, hat jedoch viel mehr zu bieten als dieser See.


Unterwegs mit dem Panoramazug

Dieser Bahnhof ist wohl auch schon länger nicht mehr in Betrieb





Morretes ist ein kleines Dorf und das einzige, was wir hier machen, ist in ein Restaurant gehen und die Spezialität des Dorfes bestellen. Also ich auf jeden Fall, Fabienne begnügt sich mit Salat, da die Spezialität ein auf viele Teller verteiltes Menu mit Fisch und Fleisch ist – und so speziell ist das ganze auch nicht.
Von Morretes aus fahren wir per Bus nach Paranguà, wo wir den Bus nochmals wechseln müssen, bis wir schliesslich Pontal do Sul erreichen, von wo aus wir die Fähre zur Ilha do Mel nehmen können.


Nach dieser Reise per Zug, Bus, nochmals Bus und Schiff erreichen wir gegen den späten Abend die Ilha do Mel. In dem kleinen, Auto freien Urlaubsparadies fühlen wir uns sofort wohl. So, und hier lassen wir es uns die nächsten vier Tage wieder gut gehen und geniessen die Sonne, den Strand und das gemütliche Inselleben.
Noch beim Übersetzen auf die Insel lernen wir eine lustige Truppe kennen. Eine Spanierin und ein Franzose, welche Ellen, eine Brasilianerin, besuchen. Sie bleiben drei Nächte auf der Insel und so verabreden wir uns jeweils zum Nachtessen miteinander und verbringen mit ihnen sehr lustige und gemütliche Abende.


Auf dem Schiff zur "Ilha do Mel"
Wie man sieht, haben wir auch ein wenig ein unterschiedliches Wärmeempfindnis - ja, das Blaue, das Fabienne anhat, ist ein Faserpelz;-)




auf der Insel angekommen
 

Die Ilha do Mel und ihre vielen Strände. Der grösste Teil der Insel ist Naturschutzgebiet.





Für die Fotobegeisterten unter euch: Das ist meine kleine, wasserdichte Nikon Coolpix AW-100, mit der ich jeweils die Unterwasserfotos und Videos aufnehme und die in etwas "gefährlicheren" Gegenden zum Einsatz kommt.









Zu unserer Strand-Ausrüstung gehört seit Florianopolis noch ein Sonnenschirm. Wegen des starken Windes hat es diesen mal weg gewindet, als ich am Schlafen war. Ich habe nur noch Fabienne kreischen gehört und dann mitverfolgt, wie sie über 100 Meter dem Sonnenschirm hinterher gerannt ist ;-)





Eine halbe Stunde laufen und schon hat man einen Strand für sich alleine














Bei diesem Stadion haben die Arbeiten für die WM 2014 offensichtlich noch nicht begonnen.


Nach vier schönen Tagen auf der Ilha do mel geht für uns die Reise am 27. Januar weiter nach Rio de Janeiro. Per Schiff geht es früh morgens los und dann weiter mit einem Bus nach Curitiba, wo wir kurz nach Mittag eintreffen.
Gleich nach der Ankunft reihen wir uns in die Schlange ein an einem Schalter für Bustickets nach Rio de Janeiro - wir haben Glück: Es sind nicht mehr allzu viele Sitze frei um gleich am selben Abend nach Rio abzufahren.
Bis die Fahrt abends um 20.30 Uhr losgeht, gehen wir nochmals ein wenig shoppen...


Am Tag der Abreise auf der Ilha do mel


Am nächsten Tag kommen wir um 13 Uhr in Rio an. Fabienne wird von hier aus am 7. und ich am 12. Februar weiter fliegen - am 8. Februar beginnt übrigens der Carneval!

Samstag, 26. Januar 2013

Wow, diese Wasserfälle sind gigantisch - Parque Nacional Iguazú

Für wirtschaftliche, geschichtliche und politische Interessierte schreibe ich am Ende dieses Posts noch etwas über diese Themen. Schlussendlich wird wohl Argentinien das Land neben Indonesien sein, wo ich am meisten Zeit verbracht habe. Viele wissen zwar, wo Argentinien liegt und kennen Maradona und damit hat sich's. Mir ging es genau gleich, als ich anfangs Dezember in Buenos Aires ankam.



So und nun zu den Iguazú Wasserfällen...
Per Nachtbus (17 Stunden Fahrt) erreichen wir am Samstag, 12. Januar die Stadt Puerto Iguazú. Puerto Iguazú befindet sich im Länderdreieck Brasilien, Paraguay und Argentinien. Die Iguazú Wasserfälle kann man einerseits von der brasilianischen Seite und andererseits von der argentinischen Seite her bestaunen, wobei diese die eindrücklichere Sicht auf die Fälle bietet.

Viel zu sagen gibt es zu den Wasserfällen nicht – es ist besser, sich einfach die Bilder anzusehen. Nur noch kurz zu unserem Programm. Am Tag der Ankunft haben wir einen Aussichtspunkt besucht, von wo aus man auf Brasilien und Paraguay sieht. Am nächsten Tag sind wir im Nationalpark auf der brasilianischen Seite rumgelatscht und am darauffolgenden Tag haben wir es Jenny ermöglicht, den Zehen auf der argentinischen Seite des Parks zu brechen.



Das Dreiländereck - rechts Brasilien, links Paraguay und wir stehen auf argentinischem Boden


In jeder Ecke des jeweiligen Landes steht eine Säule in den jeweiligen Landesfarben


Per Taxi überqueren wir am zweiten Tag die Grenze zu Brasilien. In der Mitte dieser Brücke ändern die Farben in gelb/grün und wir wissen, dass wir jetzt in Brasilien sind.


im Nationalpark wimmelt es zum Teil nur so von kleinen, frechen Nasenbären. Wir haben nicht nur einmal beobachtet wie ein Nasenbär von jemandem das Essen geklaut hat.


Der Blick auf die Iguazú Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus. Ein Pfad führt von hier aus bis zu den Fällen, welche in der Ferne zu sehen sind.


Die Aussicht auf die argentinische Seite von Brasilien aus.


Nasenbär


"Die Iguazú-Wasserfälle bestehen aus 20 größeren sowie 255 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern. Einige sind bis zu 82 Meter, der Großteil ist 64 Meter hoch. Die Wassermenge an den Fällen schwankt von 1500 m³/s bis über 7000 m³/s." Quelle: Wikipedia, Iguazú-Wasserfälle

Zum Vergleich: Die Wassermenge, welche pro Sekunde die Fälle runter fliesst entspricht etwa dem Fassvermögen von 50 bis 235 mittelgrossen Swimmingpools


Es gibt immer etwas zu lachen zu viert


Dieser Weg führt direkt an den Abhang der Wasserfälle auf der brasilianischen Seite. Wir halten uns ungefähr fünf Minuten ganz vorne auf der Plattform auf und sind danach durchnässt.


Ein kurzes Video, das ich ganz vorne auf der Plattform aufgenommen habe






es ist sehr eindrücklich wie viel Wasser hier im Sekundentakt an uns vorbei rauscht


Ein Baby-Nasenbär





Auf der argentinischen Seite gibt es vier verschiedene auf Pfählen gebaute Pfade, von welchen aus wir die verschiedenen Wasserfälle von diversen Blickwinkeln bestaunen können.









Eine Ameise beim Schwerstarbeit am verrichten


Mit einem Schiff machen wir ein fünfzehn minütige Fahrt, welche uns direkt unter zwei der Wasserfälle führt - und wir werden ziemlich nass ;-) Unsere Rucksäcke können wir in Wasserdichten Säcken verstauen...


So fühlt es sich an, wenn man sich mit einem Schiff unter den Wasserfällen aufhält. Wir hatten das Gefühl, dass wir direkt unter dem Wasserfall sind - später haben wir dann gesehen, dass die Boote eigentlich gar nicht besonders nahe an die Wasserfälle heranfahren.






Dies ist einer von unzähligen, im Nationalpark heimischen, Vögel







Zwischen der argentinischen und der brasilianischen Seite gibt es eine kleine Insel, wo man mit einem kleinen Schiff übersetzen kann. Dieses Video habe ich bei einer Aussichtsplattform auf der Insel aufgenommen.



Eine Eidechse, welche sich gerade Häutet

In meinen Gedanken pendle ich zwischen dem "Jurassic Park" und der Landschaft in Avatar hin und her. Einfach wunderschön dieser Anblick.











Hier sind wir auf eine Klassenzusammenkunft, der Schmetterlings-Klasse mit Jahrgang Dezmeber 2012, getroffen





Keine Ahnung was das für ein Tier ist. Aussehen tut es wie eine Riesenratte und verhalten hat es sich wie ein riesiges Eichhörnchen


Das absolute Highlight ist mit Abstand der "Garganta del Diablo"!
"
Das umgangssprachlich Garganta del Diablo (spanisch) beziehungsweise Garganta do Diabo (portugiesisch) oder „Teufelsschlund“ genannte Wasserfallsystem ist eine U-förmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht." Quelle: Wikipedia, Iguazú-Wasserfälle




Zum "Garganta del Diablo" führt ebenfalls ein auf Pfählen gebauter Pfad. Von diesem aus Sichten wir diverse Tiere. Jedoch kann ich euch auch nach 10 minütigem Googlen nicht genau sagen was das für ein Tier ist. Ich tippe auf einen Kaiman, was wiederum eine Art zwischen Krokodil und Alligator ist.
Nebst diesem haben wir noch etliche Fische und Wasserschildkröten gesehen.


Dieser unscheinbare Fluss stürzt wenig später tosend in die Schlucht hinab


Beim "Garganta del Diablo"


Aussicht auf die Wasserfälle unterhalb des "Garganta del Diablo"


Einfach unfassbar diese Wasserfälle ;-)





"Garganta del Diablo" in bewegten Bildern



Die Trophäe "Pechvogel der Argentinien-Reise" geht an Jenny. Zum Abschluss stiess sie bei der Bootstour ihren kleinen Zeh dermassen an, dass dieser kurz darauf seine Farbe in blau-violett änderte und unsere kleine Gruppe ab dann ein wenig langsamer unterwegs war. Unsere Diagnose: Der kleine Zeh ist gebrochen!


Vom "Garganta del Diablo" geht es per (kleinen) Eisenbahn zurück zum Ausgang des Parks



Da zu viert das Taxi genau so teuer war wie die öffentlichen Busse in den brasilianischen und den argentinischen Teil des Nationalparks nahmen wir jeweils das Taxi. Da wir den Taxifahrer, welcher uns am Tag unserer Ankunft in Puerto Iguazú zum Hostel brachte so sympathisch fanden wurde er quasi zu unserem Privatchauffeur.



Argentinien ist das achtgrösste Land unseres Planeten, fast so gross wie Indien, hat viel zu entdecken, es gibt super Wein, die zartesten Steaks und nette Menschen mit einem super Sinn für Sarkasmus. Nach Iguazu endet für mich mein Argentinien-Abenteuer. Mit schweren Herzens verlasse ich das Land, in welchem ich meine Spanischkenntnisse verbessert habe und in welchem ich fast vier Wochen in einem Hostel verbracht habe, das zu meinem zu Hause wurde.

Mit Wehmut nehmen Fabienne und ich nach super dreieinhalb Wochen Abschied von Claudio und Jenny. Für sie ist das Abenteuer leider zu Ende und für Fabienne dauert es noch bis am 7. Februar – dann fliegt sie von Rio de Janeiro aus nach Hause.
Ich darf gar nicht dran denken, aber auch ich komme zweieinhalb Monate später bereits nach Hause. Ich schaue diesem Tag mit gemischten Gefühlen entgegen.

Auf jeden Fall euch beiden herzlichen Dank für die super Zeit und es ist schön, dass ihr nun auch Teil meiner Reise um die Welt seid.

Aber Claudio sehe ich ja bald wieder – Claudio wird mit Mirco, einem anderen sehr guten Freund, im März für eine Woche nach Las Vegas fliegen. Da ich von Bogota, Kolumbien, aus einen sehr billigen Flug nach Vegas buchen konnte und ich mich sowieso um diesen Zeitpunkt herum Richtung Mexiko aufmachen wollte, wo ich auch meine Reise beenden werde, schiebe ich noch einen Abstecher nach Vegas in meine Weltreise ein.





Wirtschaftliche, politische und geschichtliche Hintergründe Arentiniens:

Die Inflationsrate ist in Argentinien immer noch extrem hoch und die wirtschaftliche Entwicklung ist am stottern. Dies wird einem auch sofort bewusst, wenn man in Buenos Aires Geld wechseln will oder mit Menschen über die aktuelle Jobsituation spricht. Zum einen gibt es den offiziellen Kurs der Bank, der zum US Dollar bei 4.9 liegt (1 USD = 4.9 Arg. Pesos), in einer Wechselstube erhält man einen Kurs von etwas über 5 und auf dem Schwarzmarkt ist ein Kurs von 6.5 üblich! Wenn man also auf dem Schwarzmarkt wechselt erhält man für seine US Dollar 33% mehr Pesos, im Vergleich zur Bank!!!
Die Gründe sind naheliegend: Argentinier dürfen keine US Dollar beziehen oder wechseln, jedoch möchten viele ihr Geld in einer „sicheren“ Währung beiseite legen.
Als ich am 4. Dezember 2012 das erste mal in Argentinien Geld bezogen habe, musste ich für 1000 Pesos 194.40 SFr. bezahlen. Als ich am 1. Januar 2013 das letzte mal Geld bezog, kosteten mich 1000 Pesos noch 187.90. Auf meinem Kontoauszug kann ich schön nachvollziehen, wie der Pesos schon nur innerhalb dieses Monats an Wert verlor – ich gehe mal davon aus, dass der SFr. in diesem Monat mehr oder weniger stabil war.



Cristina Kirchner ist Argentiniens erstes weichliche Staatsoberhaupt. Vorhin war ihr Mann, Néstor Kirchner, an der Macht. Die Idee wäre gewesen, dass sich die beiden jeweils nach ihrer Amtszeit die Macht wieder übergeben – jedoch starb Néstor Kirchner im Jahre 2010.

Argentinien feirte im Jahre 2010 den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Spanien. Doch nach der Unabhängigkeit Argentiniens folgten nicht nur sonnige Zeiten – ich gehe nur auf die jüngste Geschichte ein:
Im März 1976 führte General Jorge Videla einen unblutigen Militärputsch an und übernahm die argentinischen Regierungsgeschäfte. Es folgte eine Zeit des Terrors und der Brutalität: Was beschönigend als „Prozess der Nationalen Reorganisation“ bezeichnet wurde, war in Wirklichkeit eine Orgie staatlich unterstützter Gewalt und Anarchie.
Der berüchtigte „Guerra Sucia“ („Schmutziger Krieg“) kostete schätzungsweise bis zu 30'000 Menschen das Leben. Nulltoleranz lautete das Prinzip, mit dem sich die Diktatur an die Verfolgung Andersdenkender machte. „Verschwundene“ wurden ohne rechtsmässigen Prozess verhaftet, gefoltert und umgebracht.
Im Dezember 1981, als die argentinische Wirtschaft kurz vor dem Kollaps stand, übernahm General Leopoldo Galtieri das Amt des Präsidenten. Sein erstes Ziel war die Rückgewinnung der Falkaninseln, welche seit 150 Jahren von den Britten besetzt werden. Dieses Unterfangen endete jedoch in einer Katastrophe, da die Britten ein Flottenkontigent los schickten, um die Inseln zurückzuerobern.
Aufgrund dieses Verlusts zog sich das Militär schliesslich aus der Regierung zurück und 1983 wurde Raúl Alfonsín neuer argentinischer Präsident und brachte die Demokratie zurück.
Es folgten beschwerliche Jahre und besonders das Jahr 2001, als die Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs taumelte und Argentinien innert vierzehn Tagen drei Übergangspräsidenten hatte, war besonders schwierig.

Die Zeit der argentinischen Schreckensdiktatur ist noch nicht lange her und das wurde mir auch mehrmals bewusst, als ich mit jungen Leuten sprach, dessen Familien während dieser Zeit aus Argentinien flohen oder dessen Verwandten spurlos verschwanden.